Steffi


Liebe Silvia,

nun ist eine Woche vergangen seit dem Seminar und so langsam setzt sich das Gehörte und Gelernte. Dank dir, durch das Seminar und das Einzeltraining habe ich endlich verstanden, worum es in der Hundeerziehung wirklich geht. Wenn man beginnt, mit Hunden zu arbeiten und sie zu erziehen, begegnen einem Phrasen wie – du mußt der Rudelführer sein, Konsequenz, Strenge und Liebe führen zum Erfolg. Ja, das wußte ich und versuchte es umzusetzen… Arbeitete mit den gängigen Ansätzen wie Sitz, Platz, Fuß und Aus, um es mal überspitzt darzustellen. Eigentlich lief es auch ganz gut, wären da nicht immer wieder diese Ausraster von Luna aufgetreten. Ich habe einige Hundeschulen besucht. Mir unerklärlich, machte ich doch alles, um dies zu verhindern. Ich kenne die Körpersprache meines Hundes genau, hatte ich doch zwei Jahre genug Zeit sie zu studieren, während ich gutmütig wie ein Schaf hinter ihr herlief. Ich konnte jede Reaktion von Luna vorhersagen, aber leider nicht immer verhindern.

Jetzt ist das anders. Du hast mir vermittelt, Führung zu übernehmen ohne das Rudelführer Getue, damit sich mein Hund entspannen kann.Ich fordere nun Aufmerksamkeit ein, halte die Energie des Hundes bzw. des Spaziergangs niedrig. Je niedriger die Energie, desto lenkbarer und ausgeglichener der Hund. Jetzt läuft Luna locker und entspannt neben, ja fast hinter mir. Bis Dato hatte ich ja geglaubt, meinem Hund wäre es anatomisch nicht möglich die Rute nicht piel hoch nach oben zu recken. Irrtum! Auch ihre körperliche Anspannung ist nun weg, was auch anderen Hunden entspannte Signale sendet. Bei Hundebegegnungen reichen kleine Signale aus, die wir gemeinsam mit dir erarbeitet haben, um sie wieder zu entspannen. Bisher stand sie auf 2 Beinen bei Hundebegegnungen, das ist Geschichte.

Du hast mir erklärt, daß es einen Unterschied zwischen entspannt und unterdrückt gibt, was bei mir wohl einer der Knackpunkte war. Nun kann ich fühlen, wie es ist Führung zu übernehmen und es fühlt sich gut an. Die Tatsache, daß man die Ursachen bei sich suchen muß, wenn der Hund aus dem Ruder läuft, habe ich nicht vergessen. Muß das Erlebte vom Einzeltraining und der Energiearbeit am Sonntag aber noch verarbeiten. Ich weiß, daß es mich in meiner Entwicklung, die das ganze Leben betrifft, weiter bringt. Ich kann es aber noch nicht in Worte fassen. Ich fühle mich aber deutlich besser.

Luna und ich danken dir sehr.

Liebe Grüße Steffi