Mimi und Paul


Vor ca. 3 Monaten holten wir Mimi aus dem Tierheim zu uns und unserem 2 1/2 jährigem Rüden Paul. Natürlich relativ spontan und unbedacht, aber alles mit guten Vorsätzen. Die kleine Hündin (ist ca. 3 Jahre alt) hatte bereits zweimal das zuhause wechseln müssen (aus irgendwelchen dubiosen Gründen..). Wir waren die dritten Besitzer. Mimi und Paul „spielten“ schön miteinander, dachten wir.

Nur das Gassi-gehen wurde von mal zu mal schwieriger. Mimi klebte am Boden und war nur am schnüffeln, völlig in ihrer Welt … Dann fing sie an, Jogger zu umtänzeln, knurrte Menschen an, flippte schließlich an der Leine völlig aus, wenn wir anderen Hunden begegneten, hatte Schaum am Maul. Ein gemeinsames Gassi-gehen war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr möglich. Sie schnappte mehr und mehr nach Besuchern.

Nach 6 Wochen bestimmte diese Situation unser gesamtes Familienleben. Keine gemeinsamen Spaziergänge am Wochenende oder abends. Stattdessen huschte ich mit Mimi um den Block, um ihr und vor allem mir den totalen Stress zu ersparen!

Ich fand Silvias Internetseite. Ihre Ansichten, Methoden und vor allem die Kundenberichte machten mir Hoffnung, Mimi behalten zu können. Denn ich wollte auf keinen Fall aufgeben! Ich rief sie also an, schilderte die Situation und sie kam zu einem ersten Einzeltraining.

Es klingelte, die Hunde flippten völlig aus, aber ich versuchte nicht, sie ins Körbchen zurück zu schicken. Statt dessen vertraute ich der Trainerin, dass sie die Situation schon meistern würde (zum Glück war es Silvia und nicht eine andere Trainerin! Das hätte sonst ins Auge gehen können).

Silvia erkannte ganz klar, dass unser „relativ“ gut erzogener Rüde Paul die treibende Kraft im Hintergrund war. Auch war meine eigene Körpersprache für Mimi völlig missverständlich (dass ich die falschen Signale sendete, ahnte ich damals schon!). Ich dachte, der Hund sei leicht größenwahnsinnig. Silvia erkannte ihre Angst, aber auch das Hysterische in ihr.

Wir machten ein Training draußen – und oh Wunder, Mimi lief 1A an der Leine, andere Hunde wurden nicht mehr beachtet. Alles toll, Silvia fuhr wieder – wir glücklich, dass so schnell alles gut war. Dass Mimi innerhalb der nächsten 3 Wochen im Alltag wieder Probleme machte, ignorierten wir. Statt anzurufen, um Hilfe zu bitten (wurde uns ja ausdrücklich angeboten!), lief ich stundenlang mit Mimi draußen und hatte die Nerven schon wieder blank liegen! Sonntags fuhren wir zur Gruppenstunde – und welch´ Verwandlung: der Hund lief problemlos zwischen den anderen, zog nicht an der Leine, knurrte nicht, rastete nicht aus. Nach so einer Stunde standen Silvia, ihre Helferin Claudia und ich noch am Auto, als Mimi einen „kleinen“ Ausraster bekam, als zwei Hunde an uns vorbeizogen …

Silvia reagierte sofort, wir vereinbarten nochmals Einzeltraining. Mimi und Paul lernten dabei auch Aramis, Silvias Traumhund kennen. Wir bekamen viele Tipps mit Ernährung (wir haben die Ernährung umgestellt), Haltung, Energie-Arbeit. Ich habe auch das Rudel-Führungs-Seminar besucht, das mir für viele Dinge zwischen Mensch und Hund die Augen geöffnet hat!

Was soll ich sagen, der Hund und ich sind verwandelt nach wenigen Wochen !!!

Mimi ist ein kleiner, in Erfüllung gegangener Traum. Sie schaut mich an, hält Blickkontakt, sucht Rückhalt bei mir. Keine Leckerli keine Gewalt, sondern echte Führung ermöglichen das. Natürlich hat sie auch mal nicht so perfekte Tage, aber das kann ich locker hinnehmen, da ich weiß, dass es morgen wieder besser wird. Ich habe gelernt wie ich damit umgehen kann. Wir sind auf einem guten Weg und besuchen weiter die Gruppen. Dort geht sie schon an der Schleppleine zwischen den anderen Hunden. Auch Paul.

Ich werde das Longiertraining mitmachen und bin schon sehr gespannt darauf. Ich bin so glücklich, diesen ersten Anruf getätigt zu haben. Silvias Art, wie sie mit Problem-Hunden umgeht, ist total beeindruckend. Übrigens auch ihre Art, mit Problem-Herrchen und -Frauchen!!

Liebe Grüsse
Ortrud und Michael sowie Paul und Mimi