Max


Max, ist ein schwarzer Labrador. Am 20. März 2011 wird er fünf Monate alt. Wir bekamen ihn mit 16 Wochen vom Züchter.

Nach den ersten freudigen Tagen, stellte sich gleich die Ernüchterung ein.

Denn Max entwickelte sich anders als wir es uns vorgestellt haben. Beim Spazieren gehen zog er an der Leine, mitunter so kraftvoll, dass nicht klar definiert war: Wer ging denn hier mit wem Gassi? Kamen dazu noch Passanten oder Hunde, sprang er „fröhlich“ jeden an. Er hatte an allem Interesse nur nicht an mir. Für mich entwickelte sich das Ganze zum Tauziehen an der Leine.

Hatten wir den Spaziergang endlich geschafft, quetschte er sich zu erst durch die Haustür. Kamen Freunde zu Besuch, wurde jeder angesprungen. Mir war das natürlich unangenehm und ich entschuldigte mich. Naja, die Palette seiner Ideen zog sich durch alle Rubriken und machte mich schon etwas traurig.

Unsere Tochter(15) wollte nichts mehr mit ihn zu tun haben. Er hatte überhaupt keinen Respekt vor ihr. Sprang auf ihr Bett und verwüstete es. Max war ständig hinter ihr her oder hinter mir. Ging ich duschen machte er die Badezimmertür auf und legte sich auf die Duschmatte. Sogar in der Küche beim Kochen lag er hinter mir.

Ich fragte im Bekanntenkreis um Rat und hörte immer das Gleiche:“… junger Hund, der wird noch viel Dummheiten machen, … der freut sich daß du da bist … naja der will nur spielen.“ Die üblichen Klischees eben.

Also schaute ich mir eine Hundeschule an. Erst mal ohne Max. Ich wollte nicht sofort negativ auffallen. Doch ich war so verschreckt, dass ich den Gedanken schnell wieder aufgab. „Jagdspiele“ unter vielen Welpen vom Feinsten, keine Kommunikation mit den Haltern, das kann nicht richtig sein. Das war mir sofort klar.

So ging ich eines Morgens wieder spazieren und traf Heike. Heike kenne ich schon lange und schätze sie für ihre direkte Art. Ich zog also an Max (oder er an mir) und Heike ging ganz easy mit ihrem Bones vorbei. Sie ist mit Bones in Silvias Welpengruppe. Also rief ich Silvia an.

Silvia kam auch direkt und erkannte das Problem sofort. Mit viel Ruhe und Wissen nahm sie sich Max und mir an. Schnell erkannte ich durch Silvia, daß Kontrollverhalten, Bindung und Freude verschiedene Dinge sind. Max wollte dominieren, er wollte das Rudel anführen. Konnte Energie nicht abbauen, zu viele Konflikte. Und damit kam er selbst nicht klar, das wurde mir bewusst. Beim Einzeltraining zeigte sie mir, wie ich mit Max spazieren gehen kann ohne Schweißausbrüche zu bekommen. Auch Max hat jetzt keinen Stress mehr.

Als wir zurück kamen und durch die Haustür gingen, war mein Ehemann bereits von der Arbeit zurück und saß in der Küche beim Kaffee. Doch Max zwängte sich nicht an uns vorbei und sprang ihn an, nein er ging an ihm vorbei und legte sich einfach hin. Völlig gelassen. Dieses Einzeltraining war nicht nur für Max lehrreich, sondern auch für mich. Überlegt man einmal richtig! Es waren nur ein paar Stunden und solch eine Veränderung. Ich hätte das vorher nicht für möglich gehalten und das gilt auch für meinen Mann.

Heute gehe ich mit Max gern spazieren, er geht an lockerer Leine. Denn wir haben gelernt, dass ich die Führung übernehme. Wenn Menschen oder Hunde kommen, bin ich Nr. 1 und alles ist gut.

Wir füttern anders, was vorher gar nicht so einfach war. Es ging eher so: Wer gewinnt die Schüssel ???? Heute kann ich ihm sogar das Futter wegnehmen. Durch Silvias Futterberatung wissen wir jetzt worauf es ankommt und alle sind zufrieden. Max belästigt keinen Besuch mehr und meine Tochter hat ihn auch wieder gerne. Regelmäßig besuchen wir Silvias Trainingsstunden und es ist noch nie langweilig geworden. Wir lernen gemeinsam etwas, Max und ich. Zu lachen gibt es auch genug. In der ersten Stunde konnte ich mit ihm ohne Leine an anderen Hunden im Slalom vorbei. Ich konnte es nicht fassen. Mein „das klappt nicht“ hat Silvia einfach ignoriert.

Silvia ist vielleicht der Hundetrainer der anderen Art. Für mich ist sie kompetent, offen, ehrlich und immer mit ihrem Wissen und ihrer Hilfe an meiner Seite. Jemanden fragen können ist einfach, aber eine sinnvolle Antwort zu erhalten schon schwer. Eine Trainerin die Augen und Ohren für Hund und Besitzer offen hat und nicht nur an den schnell verdienten Euro denkt. Wir sind sehr gespannt auf das nächste Seminar zur Rudelführung und haben uns zum longieren angemeldet.

Hoffentlich finden noch viel viel mehr Hundebesitzer den Weg zu ihr und ihrer eigenen Art zu unterrichten. Es kann so einfach sein.

Danke