Buddy


Unser Hund heißt Buddy, wir haben ihn vor gut drei Jahren aus dem Tierheim geholt, weil bei uns eingebrochen wurde. Wir fühlten uns in unserem Haus nicht mehr wohl und der Hund sollte uns Sicherheit geben. Es ist ein Malli-Mix, er war damals zwei Jahre und hatte schon drei Vorbesitzer. Heute ist er 5,5 Jahre. Was wir über den Hund wussten war nicht viel. Er ist Fremden gegenüber misstrauisch, kann nicht gut mit anderen Hunden und ist nicht leinenführig. Wir haben diesen Hund ausgewählt, weil wir uns beide anhand des Fotos im Internet in ihn verliebt hatten. Dann ging es los. Wir trainierten in Hundeschulen und einem Verein über drei Jahre. Zu Hause war soweit alles ok, aber wir mussten den Hund raus bringen wenn Besuch kam. Er hat schon Menschen gebissen. Wir mussten also Besuch vor ihm beschützen.

Draußen an der Leine war es das reinste Drama. Ein ewig ziehender Hund, der bei entgegenkommenden Hunden vollkommen ausflippte. Superpeinlich. Und jagen ging er auch. Kein Trainer konnte uns helfen. Es wurden zwar Übungen gemacht, wie z.B. mit Ablenkung arbeiten wie Bällchen, Spielzeug oder Futter, aber nichts half. Er zog immer noch an der Leine und Hundebegegnungen blieben peinlich und anstrengend. Man kann sich denken, dass so ein Spaziergang keinen Spaß macht. Wir reduzierten das Ganze auf morgens 15 Minuten Pipirunde und nachmittags 20 Minuten Fahrrad fahren, was mein Mann übernahm, weil es mir zu gefährlich war. Schließlich ging man ja dann am Wochenende zur Hundeschule um den Hund dann da noch etwas auszupowern. Aber wir bekamen es nicht in den Griff, waren völlig überfordert mit dem Hund. Wir haben uns damit arrangiert, es ausgeblendet. Zu Hause war er ja ein Lamm. Wir konnten mit ihm schmusen, ihn lieb haben und haben die Probleme und den Stress soweit weg geschoben, dass wir es nicht mehr sahen. Dann kam ein Anruf von einem Freund, der ähnliche Probleme mit seinem Hund hatte. Er wusste, dass wir schon seit drei Jahren mit ihm trainieren. Und bei einem gemeinsamen Spaziergang sagte er mir mal „Das Geld für eine Hundeschule kann man sich wohl sparen, dass bringt ja gar nichts, wie bei euch nach 3 Jahren. Wir haben eine Trainerin getroffen, die kann Euch helfen. Uns hat sie auch geholfen. Investiert das! Es lohnt sich!“ Was sollte also passieren? Wir hatten schon so viele Trainer, da kommt es auf einen mehr nicht an.

Ich rief also bei Silvia an und bat um einen Termin. Es wurde ein sehr intensives Gespräch am Telefon und der Termin stand. Sie erklärte uns sehr viele Zusammenhänge. Nach diesen Stunden, war alles anders. Das ist kein Wunder! Aber unser Hund geht seit diesem Tag an lockerer kurzer Leine neben uns. Jetzt macht es Spaß mit dem Hund zu gehen. Die ersten Tage habe ich gebetet „lass es kein Traum sein“. Unser Hund geht tatsächlich an kurzer lockerer Leine. Wir sollten ihn die ersten Wochen besonders viel bewegen. Aber das war kein Problem, denn jetzt gehen wir gerne mit ihm. Ich weiß noch, dass ich extra so gegangen bin, dass mich viele Leute sehen und ich im innern dachte: „Seht ihr wie schön mein Hund mit mir geht.“ Nicht, dass das irgendjemand interessiert hätte, aber ich war einfach stolz wie Oscar. Die Hundebegegnungen sind noch nicht total entspannt, aber es wird wirklich auch hier immer besser. Er zieht meist nicht mehr bellend nach vorne sondern meckert nur etwas. Das braucht seine Zeit und das hat sie auch nicht verschwiegen. Erst heute hatte mein Mann ein Erfolgserlebnis. Ein entgegenkommender erst freilaufender Border-Collie wurde auf Bitte von meinem Mann angeleint. Er ist dann mit Buddy dran vorbei gegangen, als ob da gar nichts wäre. Und die Katze die ihnen anschließend über den Weg lief, wurde von Buddy nur mal kurz angeguckt und das war es. Genial.

Was ich in diesem Bericht mitteilen möchte ist: Man ändert seine Einstellung, nicht nur zum Hund. Silvia ist vom ersten Tag an immer für einen da. Sie erklärt einem alles ganz genau. Sie legt viel Wert darauf, dass man den Hund lesen lernt und alles was mit Hund sein zu tun hat versteht. Ich habe die erste Zeit viel und lange mit ihr telefoniert, wenn ich was nicht richtig verstanden hatte, oder Probleme bei der Umsetzung hatte. Wenn man sich auf ihr Konzept einlässt, also zu verstehen wie ein Hund denkt und was er braucht um ausgeglichen zu sein, dann kann man alles erreichen. Es ist ein langer Prozess, bei schwierigen Problemen, und man lernt immer wieder dazu. Man entwickelt sich die ganze Zeit weiter. Es geht hier um Rehabilitation des Hundes und Beratung der Menschen. Es ist oft anstrengend und man vergießt auch schon mal ein Tränchen, aber alles in Allem wird man ein anderer Mensch. Dem Hund geht es viel besser und einem selber dann auch. Sie hat Trainingsmöglichkeiten, die man zuerst vielleicht nicht in der Tiefe versteht. Aber wenn man verstanden hat, tut sich erstaunliches. Es ist keine Zauberei, aber wenn man sich einfach drauf einlässt, kann jeder seinen Horizont um einiges erweitern. Das tut nicht nur dem Hund gut, sondern bezieht sich auf das ganze Leben. Ich kann es nur jedem empfehlen. Auch bei schwierigen Fällen. Sie hat für alles eine Lösung, man muss nur bereit sein, dafür was zu tun und umzudenken. Sie ist keine Wunderheilerin, aber sie kann genau sagen, was zu tun ist um mit dem Hund ein glückliches Team zu werden. Geht nicht, gibt es nicht. Geschenkt bekommt niemand etwas, es fällt einem nichts in den Schoß. Es macht super viel Spaß, es ist total interessant, und man ist nicht mehr alleine mit allen Problemen. Mein Ziel ist es, mit Hund ohne Leine am Pferd zu reiten. Es ist egal, ob ein Hund kommt, ein Hase oder sonst was. Er vertraut mir bedingungslos und stellt nichts in Frage. Wir werden dieses Ziel erreichen. Denn wir sind in den 5 Monaten bei Silvia schon weiter gekommen, als in den 3 Jahren zuvor. In jeglicher Hinsicht. Wir können sogar jetzt mit ihm in Bistros oder Restaurants gehen. (Das hätte ich mich vorher nie getraut, aus Angst er würde den Kellner beißen). Er fängt langsam an nach hinten zu denken. Nach vorne denken heißt „Angriff“. Also alles in allem, bin ich schon sehr zufrieden. Aber noch lange nicht am Ziel. Meine neues Lebensmotto lautet: hinsehen, erkennen, lösen. Früher habe ich noch gejammert, nach Ausreden gesucht und Probleme ignoriert. Jetzt habe ich volle Unterstützung von Silvia und brauche nicht mehr jammern: „Keiner kann mir helfen.“ Und man lernt bei ihr Menschen kennen die genauso gedacht haben. Man kann sich also austauschen und ist mit seinen Problemen nicht mehr alleine. So, wer glaubt das hier ist eine Wundertüte dem kann ich nur sagen: O.K., dann mach weiter wie bisher. Wer neugierig geworden ist: Viel Spaß in deinem neuen Leben.

GM